Die Geschichte des SC-Neunkirchen – Seit 1913

Über 110 Jahre Leidenschaft, Fußball und Gemeinschaft.

1910–1919:

Die Anfänge

Schon vor der offiziellen Gründung 1913 fanden sich ab dem Jahre 1910 fußballbegeisterte Jugendliche. Gespielt wurde auf buckligen Bergwiesen. Den ersten Fußball spendete der damalige Reichtagsabgeordnete Dr. Karl Renner. Das Jahr 1919 brachte die erste geregelte Meisterschaft.

1923 wurde die heutige Städtische Sportanlage eröffnet. Bald folgte der Aufstieg in die Landesliga, wo selten unter tausend Besucher den Spielen beiwohnten. Nach dem Abstieg aus der Landesliga kamen für den SC schwere Zeiten. Die besten Spieler wurden von den Werksmannschaften aus Ternitz und Wimpassing abgeworben.

1920–1945:

Erste Erfolge & Rückschläge

1946–1959:

Wiederaufbau & neue Blütezeit

1955 wieder Aufstieg in die zweite Liga. Nach den schweren Kriegsjahren erlebte das Vereins- und Gesellschaftsleben eine Hochblüte. 1955 wurde das Städtische Sporthaus eröffnet. Im selben Jahr spielte die Schottische Nationalmannschaft gegen eine Bezirksauswahl.

Die Generalversammlung 1967 brachte einen erfreulichen Aufschwung im Verein. Karl Orthuber konnte als Präsident gewonnen werden. Er war nicht nur Gönner, er lebte mit vollstem Engagement sein Präsidentenamt aus. Nahezu bei jedem Heimspiel begrüßte er sämtliche Zuseher persönlich. 1972 wurde Ernst Maier Obmann.

Im Jahr 1973 gastierte die Österreichische Nationalmannschaft vor dem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Ungarn unter Teamchef Leopold Stastny in Neunkirchen. Im Nationalteam standen folgende Spieler: Stachowicz, Sara, Sturmberger, Horvath, Krieger, Hattenberger, Hasil, Starek, Parits, Kreuz, Jara, Koncilia, Eigenstiller und Köglberger. Vor 4000 begeisterten Fans siegte das Team eindrucksvoll mit 16:0; Jara und Hasil erzielten je fünf Treffer.

Ein weiterer Vereinshöhepunkt konnte im Spieljahr 1973 mit der Erringung des Meistertitels in der Unterliga und dem damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga erreicht werden. Die Saison 1979/80 geht mit dem Erreichen des NÖ Landesmeistertitels als einer der größten Erfolge in die Vereinsgeschichte ein. Der Mannschaftskader unter Spielertrainer Bachtrögl: Schuh, Höflinger, Bauer Chr., Feilhofer, Wendl, Burdein, Seiser, Wultsch, Schilowsky, Welzl, Rosenbichler, Huber Kerschbaum, Herwig Koglbauer, Alex Bauer und Poweiser. Durch die damalige Auflösung der Regionalliga wurde der SC aber indirekt um die Früchte des Erfolges gebracht und man spielte weiterhin „nur“ in der Landesliga mit den Letztplatzierten der Regionalliga und den Top-7 der 1. Landesliga.

1960–1979:

Engagement, Nationalteam & große Erfolge

1980–1989:

Fusion & Veränderungen

Nach der Trainerübernahme von Ex-Teamkeeper Sepp Schneider sah man in diesen Jahren wahrscheinlich die eindrucksvollsten Spiele in Neunkirchen. Gegner wie Wr. Neustadt, Stockerau, Casino Baden, Krems udgl. trugen mit einem Zuschauerschnitt von 600 zur tollen Atmosphäre bei. Der 1:0 Heimsieg im Cup gegen Zweitdivisionär Simmering und die 3:0 Auswärtsniederlage auf der Hohen Warte gegen Erstdivisionär Vienna – allerdings nach verbissener Gegenwehr vor unzählig mitgereisten SC-Fans – zählen ebenfalls zu den Highlights.

Bis 1983 kann man sich in Niederösterreichs höchster Klasse behaupten. 1984 folgt der bittere Weg in die 2. Landesliga.

Nach Auflösung des Werksportvereines Brevillier-Urban erfolgt bei der Generalversammlung am 1.7.1984 die Fusionierung des SC mit der BU. Nach Abstimmung wird mit Stimmenmehrheit und 13 Stimmenthaltungen als Vereinsname SC Orthuber Neunkirchen festgelegt.

Auf dem ehemaligen BU-Platz konzentrierte man sich auf den Nachwuchsspielbetrieb. Nach ca. 15 Jahren wurde der Standort auf Grund hoher Renovierungs- und Instandhaltungskosten aber wieder aufgelassen.

Im Jahre 1988 übergab der langjährige Obmann Ernst Maier seine Funktion dem seinerzeitigen Bürgermeister LAbg Herbert Kautz. Nach Rückzug von KommR Karl Orthuber aus dem Präsidentenamt wird er 1992 zum Ehrenpräsidenten gewählt.

Ende des Jahres 1993 übernimmt Fritz Pruggmayer die Obmannstelle von Kautz. Mit dem Abstieg in die Unterliga folgte sportlich leider ein Misserfolg.

Im April 1996 fand in Österreich die U-16 Europameisterschaft statt. In einem Vorrundenspiel siegte auf der Städtischen Sportanlage Griechenland gegen Deutschland mit 2:1. Im selben Jahr konnte unter Obmann Pruggmayer mit einer Teilüberdachung der Tribüne ein langersehnter Wunsch realisiert werden.

Nicht unerwähnt bleiben darf, dass in Neunkirchen in den Jahren von 1985 bis 1997 auch Damen mit sehr großem Erfolg dem runden Leder nachgejagt haben. So konnte unter der engagierten Leitung von Maria und Willi Reichl im Jahre 1994 sogar der Meistertitel in der Damenbundesliga 2. Division und der Aufstieg in die höchste Spielklasse Österreichs erreicht werden.

1997 übernahm der bisherige stellvertretende Obmann Gerhard Pretul die Führung des Vereines. 1999/2000 Meister der 1. Klasse, 2001/2002 neuerlich Meister und Aufstieg in die 2. Landesliga, in der Saison 2004/05 Aufstieg in die 1. Landesliga. Bereits nach zwei Jahren aber nur Platz 15 und wieder Abstieg in die 2. LL.

1990–1999:

Wechsel & neue Initiativen

2000–2009:

Sportliche Höhepunkte & Verluste

Ein tolle Veranstaltung fand am 24.6.2001 statt. Der mit 30 Titeln bestückte Rekordmeister Rapid Wien gastierte in Neunkirchen. Obwohl die Hütteldorfer zu diesem Zeitpunkt nicht in Hochform, fanden an die 1300 Besucher (unter ihnen zahlreiche Rapidler der AU-Gartl-Fan-Runde) den Weg auf den SC-Platz.

Ebenso eine in Erinnerung bleibende Veranstaltung war das Konzert von „Ostbahnkurti und Combo“ 2003 auf der Städtischen Sportanlage.

Durch das starke Engagement unseres langjährigen Ex-Kassier Herbert „Sagi“ Sagmeister und Rudi Schuh konnte 2002 ein 100-EURO Klub gegründet werden.

Im Dezember 2005 verstirbt plötzlich der seinerzeitige Bgm LA Herbert Kautz, Obmann von 1988 bis 1997, Präsident und Ehrenobmann von 1997 bis 2005.

Im 82. Lebensjahr verstirbt KommR Karl Orthuber. Im 84. Lebensjahr, 2011, stirbt Ehrenobmann Ernst Maier. Er war nahezu 40 Jahre Funktionär, von 1972 bis 1984 Obmann des SC Neunkirchen. Nach dem Ableben des Förderers und Präsidenten Herbert Kautz verschlechterte sich die bereits bis dahin sehr schwierige Situation und es ging sowohl finanziell als auch sportlich weiter bergab. 2007 noch in der 1. Landesliga, fand man sich nach rasanter Talfahrt schon 2010 in der letzten Klasse wieder.

Während dieser sehr tristen Zeit konnte erfreulicherweise ein neuer Präsident gewonnen werden. Der Ternitzer Unternehmer Dieter Leeb konnte frische Akzente setzen.

2014 legte Gerhard Pretul nach 15-jähriger Funktionsperiode den 1. Obmann zurück. Leeb folgte ihm nach einstimmiger Wahl zum neuen Obmann. Durch sehr viel Herz und Engagement konnte er mit einigen neu gewonnenen Funktionären wieder zum Aufschwung beitragen. Sein größtes Anliegen war das Hauptaugenmerk auf den Nachwuchsbetrieb zu legen. Schon nach kurzer Zeit im Jahr 2016 nahm der SC mit sieben Nachwuchsmannschaften am Meisterschaftsbetrieb teil. Zusätzlich wurde noch ein Fußballkindergarten installiert. Somit erfreuen sich seit dieser Zeit durchschnittlich 100 Kinder und Jugendliche an der Ausübung des Fußballsports in der Bezirkshauptstadt. Sehr erfreulich auch die Unterstützung vieler Firmen die jeweils die Patenschaft für eine Nachwuchsmannschaft übernehmen.

Neben dem Hauptspielfeld wurde 2015 ein kleines Spielfeld – die Sparefroh-Arena –, auf dem die Kleinsten spielen und trainieren, errichtet. In dieser Zeitspanne konnte auch der Trainings(Schlacken)platz eingezäunt werden.

Bis 2018 spielt die Kampfmannschaft in der 2. Klasse Wechsel. 2019 gelingt endlich der Aufstieg in die 1. Klasse Süd. Meister mit 17 Punkten Vorsprung.

2010–2019:

Neubeginn & Nachwuchsarbeit

2020–Heute:

Stabilität, Nachwuchs & Zukunft

Nach dem Aufstieg in die 1. Klasse Süd konnte sich der SC Eurotor Neunkirchen in den folgenden Jahren gut etablieren. Die Kampfmannschaft belegte zwischen 2020 und 2023 konstant Plätze im vorderen Tabellenfeld und zeigte dabei trotz einiger Verletzungssorgen starke Leistungen. Immer wieder kamen auch junge Talente aus der eigenen Nachwuchsarbeit – insbesondere aus der U17 (Jahrgang 2006) – zu Einsätzen in der Kampfmannschaft.

Ein besonderer Meilenstein war der Neubau der Zuschauertribüne, der 2023 begann. Bereits im Juli 2024 konnte das neue Vereinsgebäude im Beisein von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bürgermeister Herbert Osterbauer, Obmann Dieter Leeb und zahlreichen Gästen feierlich eröffnet werden. Der Festakt wurde musikalisch vom 1. Neunkirchner Musikverein umrahmt, als besonderer Höhepunkt erhielt die U15-Mannschaft (Jahrgang 2009), frischgebackener Meister der NÖ Landesliga Ost, den Meisterteller überreicht.

Das neue Stadion bietet rund 430 Zuschauern Platz, verfügt über moderne Flutlichtanlagen und vereint Kantine, Umkleiden, Sanitärräume und Lagerräume unter einem Dach. Eine Photovoltaik- und Solarthermieanlage sorgt für nachhaltige Energieversorgung, das gesamte Gebäude ist barrierefrei zugänglich.

Sportlich verlief die Saison 2024/25 mit gemischten Gefühlen: Während die bei der Eröffnung geehrte U15/U16 (Jahrgang 2009) in der Folgesaison Vizemeister der Niederösterreichischen Landesliga wurde und damit die hervorragende Nachwuchsarbeit bestätigte, musste die Kampfmannschaft den Abstieg aus der 1. Klasse Süd in die 2. Klasse Wechsel hinnehmen.

Das neue Stadion ist seither nicht nur Heimstätte des SC, sondern auch Austragungsort überregionaler Spiele: 2025 fanden auf der Städtischen Sportanlage sowohl der ASKÖ-Landescup als auch das ÖFB-Amateur-Länderspiel Österreich gegen Grönland statt – ein Ereignis, das zahlreiche Besucher anlockte und die Bedeutung der Anlage weit über die Bezirksgrenzen hinaus unterstrich.

Trotz mancher Rückschläge zeigt sich, dass der eingeschlagene Weg Früchte trägt: Der erste Jahrgang aus dem 2016 gegründeten Fußballkindergarten wurde 2025/26 erstmals in die Erwachsenenmannschaften integriert. Damit schließt sich der Kreis einer konsequenten und langfristigen Nachwuchsarbeit.

Heute trainieren über 150 Kinder und Jugendliche in den verschiedenen Altersklassen, unterstützt von engagierten Trainern, Funktionären und Eltern. Mit Initiativen wie dem „101er Club“ und zahlreichen Vereinsfesten bleibt der SC Eurotor Neunkirchen ein lebendiges Zentrum der Gemeinschaft – und steht mehr als 110 Jahre nach seiner Gründung für Leidenschaft, Stabilität und Zukunftsorientierung.